Wie vielseitig sein Repertoire ist, stellte das Spielleuteorchester der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwalbach bei seinem traditionellen Jahresabschlusskonzert am 08. Dezember 2002 wieder einmal unter Beweis. Schwungvoll begrüßt wurden die zahlreich anwesenden Besucher, unter ihnen auch viele Kinder, von den 15 Musikerinnen und Musikern unter der Stabführung von Wolfgang Kienle mit dem Hessenmarsch. Es folgten Märsche von Jo Jannssen, einem jungen holländischen Komponisten, der bereits einige Male die Spielleute an den jährlich stattfindenden Übungswochenenden unterrichtet hat. Einen Einblick in eine Möglichkeit der Ausbildung boten auch die von Sabrina Barten und Isabel Peichel sowie Julia und Claudia Schmidt vorgetragenen Duos zu Halbplaybacks auf CD. Halbplaybacks auf CD mit dazugehörigen Noten gibt es bereits für fast alle Instrumente und Musikrichtungen im Handel zu kaufen, der Übende erhält so das Gefühl zusammen mit einem Orchester zu spielen. Temperamentvolle, südamerikanische Tänze rundeten das Programm der ersten Teils ab. Nach der kurzen Pause wurden die Stücke anspruchsvoller – „Het Looyken“ und „Paramaribo“ sind beides Stücke der Oberstufe, die der Spielmanzug auch bei Landeswertungsspielen präsentiert. Bärbel Kienle, Britta Schmitt und Christoph Kienle überzeugten mit ihren zu Halbplayback vorgetragenen Solostücken. „What a feeling“ und „Sister Act“ – eigens für Spielleute aufbereitet – brachten Schwung und Stimmung in den Saal, bevor mit „Castillos en espana“ die Spielleute ihr schwierigstes Stück darboten. Die Suite in vier Sätzen, jeder Satz in einem anderen Stil, überzeugte das Publikum, unter ihnen auch der Bürgermeister und die Schwalbenkönigin, vollends, dass die Ausbildung und Proben auf sehr hohem Niveau sind. Seit einiger Zeit ist Frau Britta Roscher, eine ausgebildete Flötistin, für die Ausbildung der Flötisten – Anfänger und Fortgeschrittene – verantwortlich. Den Abschluß bildete „Highland Cathedral“, in der Zugabe verstärkt durch ehemalige, zuschauende und von befreundeten Zügen anwesende Musiker – ein imposantes Erlebnis. Im Schlusswort wies Wolfgang Kienle auf die im nächsten Jahr geplanten Veranstaltungen zum 50jährigen Bestehen des Spielleuteorchesters hin.
Landeswertungsspiel der Landesfeuerwehrverbandes
Anläßlich des 50-jährigen Bestehens des Spielleuteorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwalbach hat der Landesfeuerwehrverband die Bad Schwalbacher mit der Durchführung des Landeswertungsspiels am 01.06.2003 beauftragt.
Ab 9.00 Uhr stellten sich im Kurhaus Bad Schwalbach insgesamt 11 Orchester mit jeweils zwei Musikstücken zahlreichen Zuhörern und dem Wertungsgericht. Dieses, in Person der Herren Heil (Ober-Mörlen) und Reimers (Kiel) hatte bei dem hochrangigen Starterfeld keine leichte Tätigkeit und nahmen sich viel Zeit für die Wertung und das anschließende Gespräch mit den Stabführern. Zehn Kriterien, unter anderem Intonation, Rhythmik, Zusammenspiel, Dynamik aber auch das äußere Erscheinungsbild werden mit bis zu jeweils 10 Punkten bewertet.
Das am Nachmittag stattfindende Straßenspiel oder korrekt „Musik in der Bewegung“ konnte bei strahlendem Sonnenschein, in den Feuerwehruniformen nicht ganz schweißfrei, im Kurpark vor einem großen Publikum durchgeführt werden. Hierbei fließen auch die Kriterien Schwenkung, Zeichengebung und Reihenlauf in die Wertung ein.
Bei einem kurzen Empfang der Ehrengäste wurde von allen Anwesenden die gute Organisation und Zusammenarbeit gewürdigt. Bürgermeister Michael Kahloff war mit dem was vor einem Jahr angekündigt und jetzt Realität wurde, so zufrieden, dass Bad Schwalbach auch öfter als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen würde. Jörg Dechert, der Landesstabführer des Landesfeuerwehrverbandes zeigte sich ebenfalls sehr angetan von dem Ambiente, das dem hohen Qualitätsstand in den hessischen Musikzügen ebenbürtig ist; „wir sind von der Festzeltmentalität weg“. Vor der eigentlichen mit Spannung erwarteten Siegerehrung ehrte Jörg Dechert Nadja Neugebauer, Claudia Schmidt, Sabrina Barten und Dirk Leichthammer für 15-jähriges Musiker-Wirken und Bärbel Kienle und Herbert Kowalski für 25 Jahre. Anschließend wurden als erstes die Wertungen des Straßenspiels bekanntgegeben, an dem nur noch sieben Züge teilgenommen hatten. Hier belegte der Spielmanns- und Fanfarenzug der FF Homberg/Ohm mit 99 Punkten den ersten Platz vor dem Spielmannszug der FF Allendorf/Lumda und den Spielleuten der Busecker Schlossremise mit je 97 Punkten. Die weiteren Plätze belegten das Orchester der FF Dirlos, der Musikcorps der FF Tann/Rhön (je 94 Punkte), die Marching Band der FF Bachrain (84 Pkt.) und das Spielleuteorchester der FF Bad Schwalbach (76Pkt.).
Die Bekanntgabe der Bühnenwertung wurde dann getrennt nach Mittelstufe und Oberstufe durchgeführt. Hierbei wird auch nach Spielmannszug und Blasorchester unterschieden. Der Spielmannszug der FF Somborn mit seiner Kopfbedeckung nach Art der Musketiere erreichte mit dem vorgetragenen „Svenja Marsch“ und dem „Musketier Marsch“ 74 Punkte und ein „gut“ in der Mittelstufe. Mit „Western Dances“, die zum Tanzen einluden, und der „Highland Rhapsody“ - Sonnenaufgang über grünen Wiesen, fröhlich tanzende Kinder, gutgelaunte Menschen, die sich nach getaner Arbeit zum Feiern treffen – erspielte sich die Marching Band der FF Bachrain 78 Punkte und ein „gut“. Das 24-Mann starke Jugendorchester der FF Dirlos überzeugte die Jury mit einer orchesterreifen Präsentation von „Jesus Christ Superstar“ und „The Jungle Book“, bei dem das Gefühl aufkam jeden Moment auf Balu zu treffen. Der Lohn waren 88 Punkte und ein „sehr gut“ in der Mittelstufe. Den „ersten Platz“ in der Mittelstufe belegte mit 90 Punkten und einem „sehr gut“ für die Stücke „Army of the nail“ und „Gibraltar“ das Musikcorps der FF Tann/Rhön. Spontan hatten sich diese auch zu einem Platzkonzert nach dem Straßenspiel bereit erklärt, was mit großem Beifall der zahlreichen Zuhörer belohnt wurde.
Das Bad Schwalbacher Spielleuteorchester konnte mit dem fröhlich, schwungvollen aber auch nachdenklichen Ponta Grossa Bayon, sowie der spanischen Suite in vier Sätzen „Castillos en Espana“ – einem Wechsel aus Stierkampf, verträumter spanischer Sommernacht, Betriebsamkeit auf Straßen und Märkten – 88 Punkte und ein „sehr gut“ in der Oberstufe erreichen. Einen Punkt mehr und ebenfalls ein „sehr gut“ sicherten sich die, im letzten Jahr 50 Jahre bestehenden, Spielleute der Busecker Schlossremise, mit den Stücken „Jubelklänge“ und „Musica piccola“, übrigens das einzige Orchester mit Dirigentenwechsel. Knapp davor, 90 Punkte und ein „sehr gut“, der Spielmanns- und Fanfarenzug der FF Homberg/Ohm, die 1962 das erste Landeswertungsspiel ausgerichtet haben. Mit „Young man on parade“ ließen sie einen Festzug an den inneren Augen vorbeiziehen, bevor sie mit „Rhythmiko“ ihre Vielseitigkeit in Bezug auf Tempi und Stilrichtungen demonstrierten. „Ausgezeichnet“ und 94 Punkte hieß das Ergebnis für den Spielmannszug der FF Allendorf/Lumda, die mit 39 Musikern den Wald zum Leben erweckten. Glockenschläge läuteten das „City Life“ ein, das mit fetzigen Disco-Klängen zu Ende ging; hier zeigte sich sehr deutlich, dass fetzige und mitreißende Musik nicht auf Strom und High-Tech angewiesen ist. Ebenfalls 94 Punkte und „ausgezeichnet“ erhielten die sechs Trommler der Trommlergruppe der FF Alsfeld, die als erste Gruppe das Publikum zu einem Auf und Ab bei „Down Valley“ einluden; das zweite Stück „Tiger Rap“ bestätigte den guten Eindruck. Internationales Flair brachte das außer Konkurrenz startende Orchester des Musikvereins Bad Leonfelden aus Oberösterreich in die Veranstaltung. Mit „Wein, Weib und Gesang“ – einer Einladung zum Tanz bei einem Gläschen Wein – und dem „Mährischen Tanz No. 4“ überzeugten sie die Jury, die 95 Punkte und ein „ausgezeichnet“ dafür vergab. Beste Gruppe beim Bühnenspiel war das Orchester der FF Dirlos, die 97 Punkte und ein „ausgezeichnet“ erhielten. Fast 50 aktive Mitglieder erzählten mit einem Zusammenschnitt slawischer Tänze über die Liebe und Sehnsüchte des slawischen Volkes aber auch dessen hartes Leben auf dem Lande. Mit einem Zusammenschnitt der schönsten Stücke aus „West Side Story“ versetzten sie die Zuschauer in das New York zur Zeit der Bandenkriege – gefehlt haben nur die Schauspieler.
Neben der Urkunde erhielt jedes Orchester einen Pokal für seine Leistungen sowie als Gastgeschenk einen Videomitschnitt seiner Auftritte.
Das nächste Highlight im Jubiläumsjahr wird der „Wettstreit innovativ“ am 11.10.2003 sein. Hierbei sind Teilnehmer noch herzlich willkommen.
Landesmusikversammlung des Landesfeuerwehrverbands Hessen
am 09. März 2003 in Bad Schwalbach
Am Sonntag dem 09.03.2003 trafen sich auf Einladung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen Vertreter der Feuerwehrmusikzüge, die Mitglieder des Musikausschusses, Stabführer und andere Funktionäre in der Stadthalle Bad Schwalbach zur Landesfeuerwehrmusikversammlung. Nach Begrüßung, Totenehrung und der Genehmigung der Tagesordnung berichtet der Landesstabführer Jörg Dechert über das vergangene Jahr. Die drei Bezirksstabführer Hans-Joachim Pfeil, Bernd Aschenbrenner und Wolfgang Kienle ergänzen die Ausführungen mit ihren Jahresberichten; der Landesausbildungsleiter Klaus Dasbach schließt letztendlich mit seinem Bericht den Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres ab. Jörg Dechert begrüßt insbesondere Wolfgang Kienle als neuen Bezirksstabführer des Bezirkes Hessen-Nassau - er übernahm das Amt im letzten Jahr von Volker Wege - und bedankt sich beim ihm und dem Spielleuteorchester der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwalbach für die gute Durchführung und Organisation der Versammlung.
Die anwesenden Ehrengäste Peter Beudt (MdL), Georg Harz (Kreisbeigeordneter), Klaus Bettendorf (Stadt Bad Schwalbach) und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Willi Sußebach gehen in ihren Grußworten insbesondere auf die Bedeutung der Feuerwehrmusik ein, die ehrenamtlich erfolgt und die volle Unterstützung und Anerkennung aller vertretenen Gremien findet. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende des Rheingau-Taunus-Kreises Achim Scheib und der Stadtbrandinspektor Günther Diefenbach finden ebenfalls lobende Worte und sichern dem Spielleuteorchester die Unterstützung bei den Veranstaltungen zum 50-jährigen Jubiläum in diesem Jahr zu. Kassenbericht und -prüfung führen einstimmig zur Entlastung des Vorstandes, der beim anschließenden Tagesordnungspunkt „Ergänzungswahlen“ um den Jugendwart Berthold Kaiser und Medienwart Armin Licher erweitert wird.
Jörg Dechert stellt das Strukturförderprogramm 2010 des Musikausschusses vor, das vor allem schwache und nicht notenfeste Vereine fördern soll. Die Unterstützung besteht hierbei vor allem aus qualifizierten Ausbildern, die in Zusammenarbeit mit dem Stabführer oder Dirigenten den Umstieg auf das Spiel nach Noten vollziehen sollen. Die Feuerwehrmusik in Hessen ist bereits jetzt schon auf einem sehr hohen Niveau, jedoch mit großen regionalen Unterschieden. Ziel des Programms ist unter anderem die Vereine zur Teilnahme an Wertungsspielen zu ermutigen.
Das Landeswertungsspielen findet in diesem Jahr am 01.06.2003 im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Spielleuteorchesters in Bad Schwalbach statt. Für das Bühnenspiel steht das Kurhaus und für das Straßenspiel am Nachmittag der Kurpark zur Verfügung. Zusätzlich besteht für die teilnehmenden Musikzüge die Möglichkeit, ein Konzert im Kurpark zu geben. Besucher sind bei allen Spielen herzlich willkommen. Informationen zur Feuerwehrmusik in Hessen erhalten Sie unter http://www.feuerwehrmusik-hessen.de
50 Jahre klingt´s
Zum Abschluß seines Jubiläumsjahres 2003 präsentierte das Spielleuteorchester der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwalbach e.V. im Rahmen des Weihnachtsmarktes, am 07.12.2003, des Vereinsrings einen Ausschnitt aus seinem Repertoire. Schwungvolle Märsche, lateinamerikanische Tänze und Filmmusik – die zahlreichen großen und kleinen Zuhörer waren begeistert. Im zweiten Teil wurde es weihnachtlich, bekannte und weniger bekannte Weihnachtsmelodien sorgten für Atmosphäre. Die 9-jährige Sarah - seit einem Jahr in der Nachwuchsausbildung – zeigte mit drei weihnachtlichen Solo-Stücken, wie viel sie schon gelernt hat. Auf eine gründliche und zeitgemäße Aus- und Fortbildung wird sehr viel Wert gelegt; neben bekannten Ausbildern werden Lehrgänge bei Verbänden belegt oder gemeinsame Probenwochenenden durchgeführt. Aber auch für das Üben zu Hause kann mit Hilfe von Halbplaybacks auf CD Orchestersound erreicht werden.
50 Jahre besteht das Spielleuteorchester, 50 Jahre junge und ältere Menschen, die Spaß am gemeinsamen Musizieren haben und das wird auch weiterhin so sein. Mitmachen kann jeder der Lust zum Musizieren hat – auch Anfänger ab 8 Jahren und älter werden an ein Instrument, das zur Verfügung gestellt werden kann, herangeführt. Übungsstunde ist jeden Mittwoch, ab 19.30 Uhr im Feuerwehrstützpunkt Bad Schwalbach.

